Paul Landauer
1974
(SERBIA)
AUSTRIAN
Paul Richard Landauer ist ein österreichischer abstrakter Künstler. Seine Gemälde sind das Ergebnis bildnerischer Gesten, die Markierungen, Berührungen und grafische Spuren auf der Leinwand schaffen. Seine künstlerische Praxis beschäftigt sich mit dem Rhythmus und der Einzigartigkeit der Formen.
Geboren in Wien (Österreich), lebt und arbeitet Landauer derzeit in Belgrad (Serbien).
Ausbildung
Landauer wurde 1974 in Wien geboren. Er widmete sich dem Studium der Kunstgeschichte, Psychologie und Kommunikation, um sich vollständig in die visuelle Kultur zu vertiefen. Sein eklektisches Temperament führte ihn dazu, verschiedene kreative Bereiche zu erforschen, von der Malerei über Filmregie bis hin zur Fotografie, arbeitete als Kreativdirektor und Berater für Markenkommunikation, bevor er sich ganz der Malerei widmete. Landauers interdisziplinäre Erfahrung macht ihn zu einer Art moderner Renaissance-Universalgelehrter.
Technik
Landauer verwendet einen sehr persönlichen Malstil, der oft durch die methodische und geordnete Gegenüberstellung intensiver Pinselstriche gekennzeichnet ist. Seine Gemälde entstehen durch einfache Handlungen, wie das wiederholte Auftragen von Farbpinselstrichen auf die Leinwand. Jeder Pinselstrich wird bewusst gezählt, gemessen und dokumentiert, wodurch tief harmonische und musikalische Kompositionen entstehen.
Der Maler beherrscht verschiedene Techniken meisterhaft. Er schafft abstrakte Gemälde mit traditionellen Medien wie Öl oder Acryl auf Leinwand, aber auch experimentellere Werke, die externe texturale Elemente wie grobes Jutestoff oder kostbares Blattgold einbeziehen. Das Ergebnis ist eine reiche und komplexe Oberfläche, oft in großen Formaten und mit beeindruckender vertikaler Ausrichtung realisiert. Trotz seines kontrollierten Ansatzes und methodischen Prozesses sind Landauers Gemälde voller Freiheit.
Inspiration
Die künstlerische Praxis von Landauer fügt sich in die Tradition der Informellen Kunst und des Abstrakten Expressionismus ein und vertieft deren intimere und reinere Aspekte. Die Inspiration für seine Gemälde stammt aus seiner Existenz und seinem eigenen Körper, seinen Handlungen und Bewegungen. Landauer misst durch seine Pinselstriche die Fingerabdrücke seiner Hände, er konzentriert sich auf die bildliche Darstellung seiner biometrischen Daten. Ironischerweise sind die von ihm erzielten Kompositionen nur scheinbar seriell und modular: Jeder Pinselstrich, wie jede Existenz, ist wandelbar und unterschiedlich. In einer Ära der kontinuierlichen mechanischen Reproduktion lässt sich Landauer von der Einzigartigkeit und Singularität jeder Geste inspirieren.
Künstleraussage
„Der Umzug nach Belgrad ermöglichte es mir, meine Wurzeln zu erforschen, denn Distanz und Kontrast haben meine Sicht auf einige der vertrautesten Dinge verändert und einen Prozess der Ausgrabung ausgelöst. In Österreich bewahrt man, in Serbien fühle ich die Freiheit zu hinterfragen und zu definieren – es ist ein Ort der Inspiration, der zum Offenlegen einlädt.“
„Meine künstlerische Arbeit ist ein Prozess des Stilllegens des Lärms – eines Lärms, der uns alle umgibt und ständig von Bildschirmen und Displays schreit. Es ist eine ständige Ablenkung von unseren individuellen Wünschen […]. Meine Kunst ist das Bestreben, die Reinheit, die echte, subjektive Essenz freizulegen, die unter dieser dicken Schicht der Ablenkung liegt. Aber diese Kunstwerke sind kein Fazit oder Kommentar. Sie sind das Ergebnis einer Reise durch visuelle Entgiftung, Ausgrabung und Verdichtung, die schließlich etwas Freies und Reines offenbart.“ Aus dem Ausstellungskatalog Silence the Noise, N.EON Gallery (Belgrad)
Ausstellungen
Paul Landauer stellte in mehreren Einzelausstellungen und Gruppenausstellungen in europäischen Galerien und Museen aus. Seine Arbeiten wurden 2020 in der Einzelausstellung Excavation of Innocence im Nationalmuseum von Smederevska Palanka (Smed Palanka, Serbien) und 2019 in Silence the Noise in der N.EON Gallery (Belgrad, Serbien) gezeigt. Er nahm auch an Gruppenausstellungen in der Galerie O3ONE (Belgrad, Serbien), der Galerija Stab / X-Vitamin Galerie (Belgrad, Serbien) und der Van Gogh Galerie (Madrid, Spanien) teil.







