
Brent Hallard in der Lavender Strike Ausstellung in der Conny Dietzschold Galerie
Ästhetisch ist unsere Welt ein Ort der Widersprüche. An manchen Orten nimmt der Raum zu. Andere werden immer beengter. Einige Kulturen schaffen schlanke, zukunftsweisende gebaute Welten. Andere schaffen es kaum, ihre provisorische Umgebung zu erhalten. Ressourcen und Umstände spielen eine Rolle bei den ästhetischen Entscheidungen einer Kultur. Doch Menschen besitzen auch ästhetische Instinkte. Etwas lenkt uns hin zu Ordnung oder Zufälligkeit. Abstrakte Kunst spielt eine kraftvolle Rolle im Gespräch über Raum und Ästhetik. Vorstellungen darüber, wie Raum verwaltet, geordnet, gestaltet oder unbeachtet gelassen wird, sind dem Abstrakten eigen. Indem wir uns diesen Konzepten stellen, stellen wir uns selbst zur Rede. Seit der Eröffnung 1989 trägt die Conny Dietzschold Galerie zu diesem Gespräch bei, indem sie zeitgenössische Tendenzen in konkreter, konstruktiver und konzeptueller Kunst untersucht. Ab dem 21. Juni eröffnet an ihrem Standort in Sydney mit neuen Werken von Brent Hallard und Edgar Diehl ihre kommende Ausstellung Lavender Strike, die frische ästhetische Einsichten bietet, wenn wir sie am meisten brauchen.
Brent Hallard
Der in Australien geborene Brent Hallard teilt seine Zeit zwischen Japan und den USA auf. Er unterrichtet am San Francisco Art Institute und am California College of the Arts. Seine Arbeit nutzt eine minimalistische Ästhetik, um Vorstellungen von Raum, Form und Wahrnehmung zu erforschen. Seine ikonografischen Bilder sind einerseits geometrisch und erkennbar. Andererseits erzeugen die optischen Elemente der Werke illusionäre Phänomene, die die Wahrnehmung von Elementen wie Oberfläche und Tiefe verändern können. Hallard wird seit 2016 von IdeelArt vertreten.
Für Lavender Strike hat Hallard Werke beigesteuert, die sich mit den Konzepten von Linie, Struktur und Raum auseinandersetzen. Die Stücke zeigen leuchtend farbige Frontflächen, die auf Aluminium-Wabenträgern montiert sind, welche wiederum an der Wand befestigt werden. Die unlackierten Kanten der Träger verstärken die dreidimensionalen Eigenschaften der Objekte. Sie ragen von der Wand ab, lenken die Aufmerksamkeit auf den architektonischen Raum um die Werke herum und schaffen ein Gespräch zwischen Innen- und Außenraum. Die optischen „Würfel der Täuschung“ erzeugen ein Gefühl des Unheimlichen, während die sichtbaren Pinselstriche die Anwesenheit der Hand des Künstlers vermitteln, die Erfahrung des Betrachters verankern und zur Betrachtung von Persönlichkeit und Prozess anregen.

Edgar Diehl - MSE VII, 2012, Acryl auf Aluminium, 80 x 78 x 6 cm.
Edgar Diehl
Der deutsche Künstler Edgar Diehl schafft mehrdimensionale Reliefobjekte, die bemalte Flächen und dreidimensionalen Raum nutzen, um Fragen von Perspektive, Farbe, Raum und Linie zu thematisieren. Seine Werke sind beeinflusst von kubistischen Ausdrucksformen von Raum-Zeit und Form, Op-Art-Ästhetik sowie konkreten und konstruktivistischen Konzepten. Die Form von Diehls ästhetischen Objekten interagiert mit Licht und Wahrnehmung so, dass Linie, Farbe und Raum sich ständig zu wandeln scheinen.
Indem er dimensionale Falten in die Flächen seiner Werke einarbeitet, stellt Diehl die Beziehung des Kunstobjekts zum Ausstellungsraum neu dar und bietet den Betrachtern zugleich eine Vielzahl von nachdenklichen Blickwinkeln. Die Objekte vertreten konkrete Vorstellungen von Relativität und Perspektive und bieten zugleich abstrakte Betrachtungen formaler Elemente der ästhetischen Erfahrung.
Lavender Strike ist vom 21. Juni bis zum 30. Juli in der Conny Dietzschold Galerie, 99 Crown Street, Sydney, Australien, zu sehen.
Abgebildetes Werk: Brent Hallard - GONG (rot, blau), 2016, Acryl auf Wabenaluminium, 52,5 x 61,5 cm.






