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Artikel: Die Woche in abstrakter Kunst – Herbstformalisierung

The Week in Abstract Art – Fall Formalism - Ideelart

Die Woche in abstrakter Kunst – Herbstformalisierung

Formale Traditionen helfen uns, uns zu definieren. Aber sie sind auch wie Gefängnisse. Kürzlich lasen wir eine Geschichte, die Ereignisse hervorhebt, die einige der formalen Traditionen der abstrakten Kunst zu gefährden scheinen. Die Judd-Stiftung hat den britischen Künstler Richard Long eingeladen, nach New York City zu kommen und zwei neue dauerhafte Installationen in Donald Judds Gebäude in der Spring Street 101 zu schaffen. Judd kaufte das gusseiserne Mittelhaus 1968. Bis zu seinem Tod 1994 verwandelte er es mühsam in eine Demonstration seines Konzepts der dauerhaften Installation. Er sammelte und installierte persönlich jedes Kunstwerk im Gebäude und bereitete jeden Raum persönlich für das Kunstwerk vor, das er beherbergt. Das Gebäude wurde kürzlich restauriert und 2013 der Öffentlichkeit wieder eröffnet. Die Judd-Stiftung hat seitdem verschiedene Veranstaltungen und Ausstellungen in diesem Raum veranstaltet. Aber wir fragen uns, ob die Einladung eines Künstlers, neue dauerhafte Werke zu installieren, die konzeptuelle Integrität des Gebäudes selbst gefährdet. Die spezifische Sammlung dauerhafter Werke, die Judd installierte, arbeitet mit dem spezifischen Ort, den die Werke bewohnen, zusammen, um einen einheitlichen Ausdruck der formalen Qualitäten von Judds Konzept der dauerhaften Installation zu bilden. Und das geht noch nicht einmal darauf ein, ob Longs persönliche, naturbezogene Werke die Traditionen des Minimalismus ergänzen. Aber nun ja, Traditionen sind dazu da, gebrochen zu werden. Vielleicht sollte dieses schöne gusseiserne Gebäude voller Kunst nicht einfach wie ein verstaubter alter Geist dastehen. Vielleicht sollte es leben. Und leben bedeutet anpassen. Außerdem hat Judd Long einmal als Großbritanniens besten Künstler bezeichnet. Das ist entschieden. Die formale Tradition ist tot! Hier sind nun vier aktuelle und kommende Ausstellungen, die die formale Tradition feiern. Es lebe die formale Tradition!

Radikal: Monochrome Gemälde aus der Goodman Duffy Sammlung, George Lawson Galerie, San Francisco

Derzeit zu sehen bis 22. Oktober 2016

Diese Ausstellung zeigt bedeutende Werke von Malern, die an der monochromen Radikal-Malerei-Bewegung beteiligt sind. Zu sehen sind Monochrome von Künstlern wie John Meyer, Marcia Hafif, Phil Sims und zehn weiteren Künstlern, alle aus der Goodman Duffy Sammlung ausgeliehen.

José Heerkens: Mittagszeit, Mies van der Rohe Haus, Oberseestr 60, Berlin

Schließt am Freitag, 9. September 2016

Der niederländische Künstler José Heerkens schafft minimalistische Gemälde, die sorgfältige Rastermuster verwenden, um den Dialog zwischen Farbe und Linie zu erforschen. Diese Ausstellung von Heerkens’ Gemälden ist besonders fesselnd, da sie mit den architektonischen Mustern des Mies van der Rohe Hauses in Berlin in Dialog tritt.

José Heerkens - L17. Reise der Farben

Fred Sandback Vertikale Konstruktionen, David Zwirner, 537 West 20th Street, New York

Zu sehen vom 15. September bis 22. Oktober 2016

Fred Sandback widmete seine Karriere einer konzentrierten Erforschung der Linie. Sein Ansatz war vielschichtig und umfasste Malerei, Zeichnung, Skulptur und Installation. Diese Ausstellung konzentriert sich auf Sandbacks Faszination für Vertikalität, indem sie seine Einzelausstellung aus dem Jahr 1987 nachbildet und diese Werke neben anderen vertikal ausgerichteten Arbeiten aus Sandbacks gesamtem Schaffen zeigt.

Einladung für Fred Sandback. Vertikale Konstruktionen, Westfälischer Kunstverein, Münster, Deutschland, 1987

Sean Scully: Die Achtziger, Mnuchin Galerie, New York City

Zu sehen vom 13. September bis 22. Oktober 2016

Der irische Maler Sean Scully erlangte in den 1960er und 70er Jahren mit seinen minimalistischen, scharfkantigen Liniengemälden Berühmtheit. Dann hatte er eine Erkenntnis, dass, wie er sagte, „was aus der Malerei entfernt worden war – also die Fähigkeit, Beziehungen herzustellen, metaphorisch und bezugnehmend, geistig, poetisch zu sein, all diese Dinge und Aspekte der menschlichen Natur – wieder hineingebracht werden musste, wenn die Malerei vorankommen sollte.“ Diese Ausstellung nimmt diesen Moment der Wandlung als Ausgangspunkt, um Scullys postminimalistische Gemälde aus den Jahren 1982 bis 1989 zu untersuchen.

Sean Scully - Kunstwerk

Abgebildetes Bild: Jake Berthot - ohne Titel (Oranges Gemälde) aus der Lozenge-Serie, 1986

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