
Dana Gordon in Paris – Neue abstrakte Malerei aus New York
Dana Gordons elegantes, kraftvolles neues Werk entfaltet seine Wirkung in der raffinierten Umgebung der Pariser Galerie Metanoia in der Rue Quincampoix im Viertel Beaubourg. „Lucky Paris“ lautet die Reaktion von David Cohen – Kunstkritiker sowie Herausgeber und Verleger von Artcritical.com – auf das Video dieser Ausstellung.
Gordon, ein Veteran der New Yorker Kunstszene, hat in dieser Werkgruppe eine umfassende Destillation jahrzehntelanger Erkundungen des expressiven Potenzials von reiner Linie, Farbe und Form sowie ihres Zusammenspiels geschaffen. Das heißt: seine Destillation der abstrakten Malerei. Es ist deutlich, dass diese Gemälde zeigen, dass weder die abstrakte Malerei noch der „Modernismus“ ein Stilepochenphänomen sind und dass die Abstraktion in der Kunst aus allen historischen Kunstformen hervorgeht, ihnen aber auch zugrunde liegt.
Mitte der 1970er-Jahre beschloss Gordon an einem Punkt seiner Karriere, von vorn zu beginnen und das Potenzial von Setzung und Linie in ihrer elementarsten Form bewusst zu erforschen. Schnell wurde klar, dass auch das Farbfeld, das jede Leinwand umfasst, berücksichtigt werden musste. Das Gleichgewicht zwischen reiner Struktur und ungezügeltem Ausdruck hat in der langen Geschichte seines Schaffens viele Erscheinungsformen angenommen.

Dana Gordon – On the Uptake. 2018. Acryl auf Leinwand. 150x120 cm. © Dana Gordon
In der Ausstellung in Paris (bis zum 28. September) sind Gordons Gemälde vertikal jeweils in zwei gleich große Farbbereiche geteilt. Einige Gemälde sind im Verhältnis horizontal, andere vertikal – ein Beispiel für die einfachen Unterschiede, die Gordon sowohl markant als auch subtil einsetzt und die komplexe Wahrnehmungsergebnisse hervorbringen. Anschließend zeichnet Gordon über jeden Farbbereich eine komplizierte, scheinbar freie, aber sorgfältig durchdachte Linienführung. Die eine Seite weist ein Linienmuster auf, die andere ein anderes. Dennoch sind die Seiten nicht nur durch die Art der Linienführung, sondern auch durch ein deutliches Spiel mit den Farben subtil miteinander verbunden. Sowohl Linie als auch Farbe besitzen in diesen Werken eine starke Energie, als hätten sich Pollock und Rothko in ihnen zusammengefunden. Tatsächlich scheinen diese Werke zu behaupten, dass die letzte große Kunst von ihrer Generation geschaffen wurde. Sie verzichten entschieden auf jede literarische Ergänzung der Kunst oder auf die in den vergangenen Jahrzehnten populäre konzeptuelle Reduktion. Doch Gordons Wurzeln umfassen die gesamte Geschichte der menschlichen Kunst. Nach seinen Lieblingskünstlern gefragt, würde er wahrscheinlich zuerst Giotto nennen. Und Gordon steht nicht ausschließlich in der westlichen Tradition, wie man unschwer am Vorrang der klassischen chinesischen Zen-Malerei im kühnen Fluss seiner Linien erkennen kann. „Ich möchte, dass die Linie so viel Inhalt und Gefühl wie möglich mit größtmöglicher Effizienz ausdrückt“, sagte er.
Gordons Werk legt nahe, dass auch der abstrakte Expressionismus selbst kein Stilepochenphänomen ist, sondern eine Feststellung darüber, dass sich die Malerei auf einer flachen rechteckigen Leinwand über viele Jahrhunderte hinweg aus dem grundlegenden Grund etabliert hat, dass sie die intensivste und tiefste universelle Kraft rein visuellen Ausdrucks ermöglicht. Gordon gehört zu den Künstlern, die diesen Ansatz, insbesondere in New York, seit vielen Jahren bewahrt haben und sowohl der jüngsten Blüte der abstrakten Malerei in dieser Stadt und inzwischen auch anderswo zugrunde liegen als auch daran teilhaben.
Ideelart freut sich darauf hinzuweisen, dass Dana Gordon zu den von uns vertretenen Künstlern gehört.
Titelbild: Dana Gordon – Unknown Unknowns. 2018. Acryl auf Leinwand. 120x150 cm. © Dana Gordon






